Das TYPO3 Projekt ist für mich seit vielen Jahren mehr als nur ein Content-Management-System. Es ist ein Open-Source-Projekt für anspruchsvolle Webprojekte und vor allem eine Community aus Menschen, die gerne ihr Wissen teilen, diskutieren und gemeinsam an Lösungen arbeiten.
THE CÄMP 2026 in Heidelberg für mich eine Premiere: mein erstes TYPO3-Barcamp.
Als langjähriges Community-Mitglied, TYPO3-Experte und Entwickler war ich aus fachlichler Sicht natürlich neugierig. Welche Themen beschäftigen die Community gerade? Wie entwickelt sich TYPO3 weiter? Und wie wird kommt das KI-basierte Werkzeuge in der täglichen Arbeit zum Einsatz?
Gerade der letzte Punkt war für mich besonders spannend. KI ist nicht mehr wegzudenken. Auch in unserer Arbeit haben wir den Nutzen längst erkannt und passen unsere Arbeitsweisen in vielen Bereichen daran an. Nicht, weil die KI langjährige Erfahrung, Verantwortung oder fachliches Verständnis ersetzt. Sondern weil sie eine starke Hilfe sein kann, wenn man weiss, wie man sie sinnvoll einsetzt.
Vom 8. bis 10. Mai 2026 traf sich die TYPO3-Community auf dem SRH Campus in Heidelberg. Der Name “THE CÄMP” ist dabei eine bewusste Anspielung auf die Baden-Württemberg-Kampagne "THE LÄND". Passend zum Standort und zum schwäbischen Wortwitz. Heidelberg bot dafür den richtigen Rahmen: eine schöne Stadt, ein gut gewählter Veranstaltungsort und eine tolle Atmosphäre.

Gruppenfoto THE CÄMP Heidelberg / Bildquelle: https://www.typo3-the-camp.de
SRH Campus in Heidelberg: ein passender Rahmen
Heidelberg war für diese Veranstaltung ein sehr guter Ort. Die Stadt hat ohnehin eine besondere Atmosphäre: historisch, lebendig, schön gelegen und angenehm überschaubar.
Auch der SRH Campus war aus meiner Sicht gut gewählt. Die Location bot alles, was man für ein Barcamp braucht: ausreichend Räume, kurze Wege, Platz für Gespräche und eine Umgebung, in der man sich schnell zurechtfinden konnte. Gerade bei einer Barcamp-Veranstaltung, bei der Sessions flexibel geplant und Räume spontan verteilt werden können.
Mein erster Eindruck war deshalb sehr positiv. Es gab keine Hürde, in die Veranstaltung hineinzukommen. Die Atmosphäre war von Anfang an locker und offen und man konnte leicht mit anderen ins Gespräch kommen.

SRH Campus Heidelberg
Was ein Barcamp ausmacht
Ein Barcamp funktioniert anders als eine klassische Konferenz. Es gibt kein vollständig vorab festgelegtes Programm, bei dem man sich nur noch in vorbereitete Vorträge setzt. Stattdessen bringen Teilnehmer eigene Themen ein. Aus diesen Vorschlägen entsteht vor Ort der Sessionplan.
Das klingt vielleicht erst einmal etwas unstrukturiert. In der Praxis hat es sich aber sehr gut etabliert. Natürlich gab es eine gewisse Spontanität bei der Organisation der Sessions, der Raumverteilung und kleineren Fragen zwischendurch. Aber genau das gehört zum Format.
Wichtig ist: Diese Spontanität wirkte nicht chaotisch. Im Gegenteil. Sie passte zur offenen Atmosphäre der Veranstaltung. Wenn etwas geklärt werden musste, wurde es pragmatisch gelöst. Für jedes Vortragsthema wurde der passende Platz gefunden. Und wenn mehrere spannende Sessions parallel stattfanden, hatte man die Qual der Wahl ;-).
Das war manchmal schade, aber auch ein Zeichen dafür, wie vielfältig das Programm war.

TYPO3 The Cämp 2026 Impression / Bildquelle: https://www.typo3-the-camp.de
Eine offene TYPO3 Community
Was mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist, war die Offenheit der TYPO3 Community vor Ort. Es ging nicht nur um Vorträge oder technische Inhalte. Es ging auch um den persönlichen Austausch und Erfahrungen.
Für Open Source ist genau das wichtig. Ein Projekt wie TYPO3 lebt nicht nur von Code und neuen Releases. Es lebt von Menschen, die sich einbringen, Fragen stellen, Wissen weitergeben und gemeinsam Lösungen suchen.
THE CÄMP hat das sehr gut gezeigt. Die Veranstaltung war nicht nur ein Ort, an dem man Informationen aufgenommen hat. Sie war ein Ort, an dem man schnell ins Gespräch kam und unterschiedliche Blickwinkel kennengelernt hat.
Für mich war das besonders spannend, weil ich zwar seit vielen Jahren mit TYPO3 arbeite und Teil der Community bin, aber bisher noch auf keiner TYPO3-Barcamp-Veranstaltung war. Dadurch waren viele Eindrücke neu. Gerade diese Mischung aus fachlicher Tiefe und persönlicher Offenheit hat das Event für mich interessant gemacht.
Sessions: Von KI bis FreeBSD
Ein großes Highlight war die Vielfalt der Sessions. Es war für jeden etwas dabei: Core-Entwicklung, KI, Infrastruktur, TYPO3-spezifische Themen, Strategien, Barrierefreiheit, Projektarbeit und Agenturalltag.
Eine der ersten Sessions, die ich besucht habe, beschäftigte sich mit dem Thema Claude Code Skill für TYPO3. Dabei ging es um den Einsatz eines KI Skills zur Erstellung eines gesamten TYPO3-Projekts: von der Erstinstallation mit einem lokalen Setup mit DDEV bis hin zur Einrichtung einer Sitepackage Extension. Auch Backend, Frontend, Vite Asset Collector, TailwindCSS und DaisyUI waren Teil des gezeigten Ansatzes.
Für mich war das ein gutes Beispiel dafür, wie konkret KI in der Entwicklung bereits genutzt werden kann. Es ging nicht um abstrakte Zukunftsvisionen, sondern um praktische Unterstützung im Entwicklungsprozess. Genau solche Ansätze zeigen, wie KI helfen kann, wiederkehrende Aufgaben zu beschleunigen und Projektstrukturen schneller aufzusetzen.
Eine weitere Session drehte sich um Embeddings. Dort ging es um die KI-Grundlagen: Was sind Embeddings und Vektoren? Wie werden sie berechnet? Welche Rolle spielen sie bei Suche, semantischer Ähnlichkeit und modernen KI-Anwendungen? Besonders interessant fand ich auch den Hinweis auf Bias in Embeddings und die Frage, wie Caching sinnvoll gehandhabt werden muss, wenn sich Daten verändern. Auch PostgreSQL und die integrierte Vector Search Funktion waren Teil der Session.
Diese Session war ein guter Gegenpol zu den sehr praxisnahen KI-Ansätzen. Sie zeigte, dass man die technischen Grundlagen verstehen sollte, wenn man KI sinnvoll einsetzen möchte. Nur weil etwas intelligent wirkt, ist es nicht automatisch korrekt, neutral oder dauerhaft aktuell.
Am Nachmittag ging es in einer weiteren Session um das TYPO3-Hosting auf FreeBSD-basierten Serverumgebungen. Das war fachlich ein anderer Schwerpunkt und gerade deshalb auch spannend. Im Mittelpunkt standen FreeBSD im Hosting-Umfeld, das ZFS-Filesystem und Jails zur Containerisierung und Trennung von Kundendaten.
Diese Session hat mir gefallen, weil sie gezeigt hat: THE CÄMP war nicht nur ein TYPO3 und KI-Event. Klassische Infrastrukturthemen bleiben weiterhin wichtig. Gerade im professionellen TYPO3-Umfeld geht es um Stabilität, Sicherheit, saubere Trennung von Systemen und verlässliche Betriebsmodelle.

Präsentation Claude Code Skill TYPO3

Präsentation Claude Code Skill TYPO3
KI im Arbeitsalltag: praktisch, hilfreich und angekommen
KI war zweifelslos eines der präsentesten Themen auf THE CÄMP. Das war keine Überraschung. Spannend war aber, wie unterschiedlich und gleichzeitig praxisnah darüber gesprochen wurde.
Für mich steht dabei klar der Nutzen im Vordergrund. Künstliche Intelligenz ist kein kurzfristiger Trend, den man ignorieren kann. Sie ist bereits fester Bestandteil moderner Arbeitsweisen geworden. In unserer Arbeit setzen wir uns deshalb intensiv damit auseinander, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann: in der Entwicklung, bei Recherchen, in der Qualitätssicherung, bei der Evaluierung von Konzepten, Dokumentation und internen Prozessen.
Wichtig ist dabei der richtige Umgang. KI ist kein Ersatz für langjährige Erfahrung, Fachwissen und Verantwortung. Sie nimmt einem nicht die Aufgabe ab, Ergebnisse zu prüfen, technische Entscheidungen zu treffen oder Kundenanforderungen richtig zu verstehen. Aber sie kann in vielen Einzeltätigkeiten eine starke Unterstützung sein.
Genau das wurde für mich in mehreren Sessions und Gesprächen deutlich. Es geht nicht darum, KIs blind einzusetzen. Es geht darum, Arbeitsweisen weiterzuentwickeln. Wer KIs sinnvoll nutzt, kann schneller neue Ideen testen und wiederkehrende Aufgaben effizienter bearbeiten.
Auch die Entwicklung des Agenturgeschäfts wurde in einer Session thematisiert. Dabei ging es darum, wie sich Agenturen an neue Werkzeuge, neue Kundenerwartungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen anpassen können. Für mich war dieser Austausch vor allem deshalb interessant, weil verschiedene Perspektiven zusammenkamen: technische, organisatorische und unternehmerische Aspekte wurden diskutiert.
Agenturen, Entwickler und Unternehmen müssen diesem Thema offen gegenübertreten. Arbeitsweisen entwickelt sich weiter. KI ist ein neues Werkzeug, das man verstehen und verantwortungsvoll einsetzen sollte.
Strategie gehört genauso dazu wie die Technik
Eine weitere Session, die mir positiv in Erinnerung geblieben ist, beschäftigte sich mit strategischen Konzepten für Web-Projekte. Das war ein guter Perspektivwechsel, weil es nicht zuerst um Extensions, Templates oder technische Setups ging, sondern um die Grundlage erfolgreicher Websites.
Ein spannender Punkt war die Gegenüberstellung von „Design First“ und „Content First“. Je nach Unternehmensstruktur, Entscheidungswegen und Projektziel kann ein anderer Einstieg sinnvoll sein. In Unternehmen mit flacheren Hierarchien kann ein visueller Ansatz schneller Orientierung geben. In stärker strukturierten Organisationen mit mehreren Abnahmestufen ist ein Content-First-Ansatz oft hilfreicher.
Besonders wichtig fand ich die Verbindung von Zielgruppen, Personas, Bedürfnissen, Keywords und zielgruppenorientierten Landingpages in TYPO3. Das ist genau der Punkt, an dem Technologie und Strategie zusammenkommen.
Eine gute TYPO3-Website entsteht nicht nur durch sauberen Code. Sie entsteht durch ein klares Verständnis dafür, wen man erreichen möchte, welche Bedürfnisse diese Menschen haben und welche Inhalte dafür gebraucht werden. Wettbewerberanalyse, Vision, Mission, Werte und Themen gehören deshalb genauso zu einem erfolgreichen Projekt wie eine gute Software-Architektur.
Was hängen geblieben ist
Nach drei Tagen THE CÄMP sind bei mir vor allem drei Dinge hängen geblieben.
Erstens: die Atmosphäre. Offen, locker und unkompliziert. Man kam schnell ins Gespräch, konnte Fragen stellen und hatte nie das Gefühl, nur Zuschauer zu sein.
Zweitens: die Themenvielfalt. Es gab technische Sessions, strategische Sessions, Diskussionen über Sinn und Zweck von KI-Werkzeugen, Infrastrukturthemen und Gespräche über den Arbeitsalltag in Agenturen.
Drittens: die Organisation. Das Orga-Team hat aus meiner Sicht eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt. Die Location passte, die Abläufe funktionierten gut und auch die spontane Natur des Barcamp-Formats wurde sehr gut aufgefangen.
Natürlich gab es auch kleine Punkte, die bei einem Barcamp fast automatisch entstehen. Durch die parallel stattfindenden Terminen konnte man nicht an allen Sessions teilnehmen. Das war schade, aber bei der Menge an Themen und Teilnehmern wohl nicht zu vermeiden. Gleichzeitig ist das auch ein gutes Zeichen: Wenn man sich zwischen mehreren spannenden Sessions entscheiden muss, spricht das für die Qualität und Breite des Programms.

SRH Campus Foyer
Fazit: TYPO3 lebt durch seine Community
THE CÄMP 2026 war für mich ein gelungenes Event. Ich bin mit fachlicher Neugier nach Heidelberg gefahren und mit vielen positiven Eindrücken zurückgekommen. Die Veranstaltung hat gezeigt, wie lebendig die TYPO3 Community ist und wie offen sie mit aktuellen Themen umgeht.
Besonders interessant war die Themenvielfalt aus TYPO3, KI und Community. Es ging nicht nur um einzelne Tools oder technische Neuerungen. Es ging darum, wie sich Arbeit verändert, wie Open Source davon profitieren kann und wie wichtig der persönliche Austausch ist.
KI wird unsere Arbeit weiter verändern. Aber gerade deshalb sind Veranstaltungen wie THE CÄMP wichtig. Sie schaffen Raum, um neue Werkzeuge auszuprobieren, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam besser zu verstehen, was sinnvoll ist und was nicht.

TYPO3 The Cämp 2026 Organisationsteam

TYPO3 The Cämp 2026 Sponsoren

TYPO3 The Cämp 2026 Sponsoren

TYPO3 The Cämp 2026 Sponsoren

TYPO3 The Cämp 2026 Sponsoren

TYPO3 The Cämp 2026 Sponsoren
Mein Dank gilt dem Orga-Team, das THE CÄMP 2026 möglich gemacht hat. Eine Veranstaltung dieser Größe wirkt nach Außen oft selbstverständlich, aber dahinter steckt viel Vorbereitung, Abstimmung und Einsatz. Aus Teilnehmersicht hat genau das sehr gut funktioniert: Die Organisation war rund, die Atmosphäre angenehm und der Rahmen so gestaltet, dass Austausch und spontane Sessions ihren Platz hatten.
Für mich bleibt THE CÄMP 2026 als offene, gut organisierte und fachlich vielseitige Veranstaltung in Erinnerung. Heidelberg war der passende Rahmen, die Sessions waren interessant und die Community hat gezeigt, warum TYPO3 mehr ist als nur ein CMS.
Bis zum nächsten Mal.
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